• Susi Sunshine

Miami - im pastelligen Strandparadies

Aktualisiert: Feb 23


Graffiti, Miami Girls im Pool

Miami hinterließ gemischte Gefühle bei uns. Auf der einen Seite blicken wir auf eines unserer Megahighlights der Reise zurück, andererseits macht Miami ohne Kohle nur bedingt Spaß. „Ohne Moos nichts Los“ sozusagen. Wo sich sonst Leo und J.Lo amüsieren, reichte es für die Prominenz aus Erfurt nicht für nächtelangen Gaudi, sondern lediglich für einen Starbucks Frappé zum Sonnenuntergang. Da schon die erste Halbzeit unserer Weltreise um war, mussten wir tatsächlich anfangen zu Kalkulieren und die selbst gekochten Spaghetti einem mondänen Dinner am Ocean Drive vorziehen. Auch die heißen Schuppen mit Eintritt in Höhe einer Hostelübernachtung blieben uns somit verschlossen und glitschige Schaumparties (Gott sei dank) erspart. Unser Fokus lag somit verstärkt auf Sonne, Strand & Meer, wie es in Miami ja auch sein sollte.



Wie wärs mit einem Live-Event der Superlative?

_ mehr "american" geht nicht!


Eines meiner unangefochtenen Highlights der gesamten Reise war definitiv das Basketballspiel von Miami Heat vs. Charlotte Hornets in der American Airline Arena!! Schon als Teenie schmachtete ich gut gebauten Basketballspielern hinterher und wollte jeher mal live bei einem Derby dabei sein. Nun war es endlich soweit... und der Preis erschwinglich. Schon als wir uns der Arena näherten kam Partystimmung auf. Auf großer LED-Leinwand wurden uns die Helden des heutigen Abends vorgestellt. Die Lichter machten die Nacht zum Tag und uns euphorisch. In der Arena sorgte eine Blaskapelle für die nötige Stimmung und mit einem frischen Bierchen in der Hand suchten wir nach unseren Plätzen... weit weit … ganz ganz weit oben. Die letzte Reihe hat den Vorteil des Gesamtüberblicks (ja, ich bin bekennender Optimist) und als kleines Gimmick lagen dort sogar Fan-Shirts auf unseren Plätzen - großartig! Als nächstes flogen uns Hip Hop Beats um die Ohren, die Stimmung holte uns auch auf den Sparplätzen ab und überraschend war sogar DJ Kahlid heutiger Special Guest. Im dramatischen Finale verlor Miami Heat mit nur einem Punkt aber zwei "German Girls" hatten sie dennoch begeistert!!! Was ein einmaliges Erlebnis!


Wynwood – der Künstlerdistrikt


Den wahren Kunstflash bekommst du im Stadtteil Wynwood. Über 70 Galerien, 5 Museen, unzählige Graffiti und diverse Ateliers gehören zur Wynwood Art District Association, die 2003 von einer Gruppe Künstler um Mark Coetzee und Nick Cindric ins Leben gerufen wurde. Wir waren hier auf Graffiti-Pirsch und suchten nach dem bekannten 2Pac-Graffiti, welches einst von unserem neuen Lieblingskünstler Kobra geschaffen wurde. Nach ermüdender Suche fragten wir letztendlich nach und die Antwort verblüffte uns: das Graffiti wurde tatsächlich übersprayed!!! Alle paar Jahre wieder wird in Wynwood Raum für neue Kunstwerke „geschaffen“ und Alte müssen weichen. Recht dramatisch für uns und für Kobra aber im Grunde nicht verkehrt gedacht... Man ist in Miami eben jung, kreativ und dynamisch.



Ocean Drive & Art Déco District

Da für uns das Miami Nightlife wie erwähnt größtenteils ausfiel, konzentrierten wir uns nun auf die weltberühmte Strandpromenade – den Ocean Drive. Der Strand war wie erwartet endlos, weit und wunderschön. Ein wirklich nettes Fleckchen Erde und genau das Richtige für Sonnenhungrige. Hotel reihte sich an Hotel und Restaurant an Restaurant. Und ganz nebenbei erkundest du beim Flanieren durch die Hood auch den berühmten Miami Art Déco District.

Dieser wird quasi direkt vom Ocean Drive durchzogen. So findest du viele Häuser aus den 1930er und 1940er Jahren direkt an der Promenade. Nur irgendwie hatte ich erwartet vom Restaurant aus dem Treiben am Miami Beach zuschauen zu können. Doch dieser ist hier durch einen Grünstreifen abgetrennt und der Blick war, zu unserem Unglück 2016, noch zusätzlich durch eine Baustelle versperrt. Da ich meine Kenntnisse zum Thema Ocean Drive bisher alleinig aus Will Smiths Miami Musikvideo zog, war der Spanner in mir daher etwas enttäuscht. Ich wollte das volle Miami-Paket: Inlineskater in heißen Outfits, Bodybuildertypen und mega Schlitten, die an der Promenade entlang schaufahren. Und das alles PLUS Strand im Hintergrund.


Der Fall "Jumbo Cocktail"_ eine kleine Warnung


Als fleißiger CSI Miami Gucker erwartete ich eine der folgenden Szenerien:

A) Horatio Caine lässt direkt neben uns am Strand einen Tatort abstecken.


B) Hottie Adam Rodriguez alias Eric Delko braucht dringend unsere Aussage zu einem Fall und wir können uns, von seiner Schönheit geblendet, kaum konzentrieren. Oder...




C) Wir steigen in ein Taxi und geraten ungewollt in eine erbarmungslose Verfolgungsjagd.


Tatsächlich war am Ende eine Horrorrechnung der spannendste Teil unseres Miami-Trips. Fazit: Vertraue nie einem Jumbo-Cocktail!!! Ihm nicht, und auch den Happy Hour Preisen nicht!!! Die ganze Woche hatten wir sparsam gelebt und wollten uns am letzten Abend, zum krönenden Abschluss sozusagen, einen Cocktail am Ocean Drive gönnen. Die Jumbos hatten uns schon aus der Ferne gelockt und waren zur Happy Hour doch sicher erschwinglich. Was konnte das schon kosten? Im schlimmsten Fall um die 20$, so unsere naive Schätzung, als wir Platz nahmen. Gott sei Dank war hier nichts gepanscht und in den Drinks ordentlich "Wums", denn so tanzte ich im Geiste schon mit Frodo im Kreis, als die Rechnung kam. Zwei Jumbos, 2 Mini-Burritos und... Schock! Nichts für ungut aber die angsteinflößende Servicepauschaule haut dich glatt rückwärts vom Stuhl! Über 70$ ärmer torkelte ich mit Chrissi zurück zum Hostel. Die ganze Grausamkeit der Situation verstand ich erst zu einem späteren Zeitpunkt – in nüchtern auf dem Flug nach Havanna.


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